Wie wirkt Leanto

Verschiedene Studien mit traumatisierten Menschen weisen auf eine hohe Beteiligung der Amygdala (Mandelkern) bei der Angstsreaktionen und bei der Abspeicherung von traumatischen Erlebnissen im Emotionsgedächtnis (Furchtgedächtnis) hin (Aghajani et al., 2016; Birn et al., 2014). Man vermutet bereits seit langem, dass die Amygdala durch starken Stress überaktiviert wird und dies zu Fehlfunktionen im Hippocampus und Frontalcortex führt. Eine Funktion des Frontalcortex besteht in der Hemmung und Kontrolle von starken Emotionen (Etkin et al., 2011, 2015). Bei starkem Stress scheint der Frontalkortex jedoch vermindert aktiviert zu sein und kann seine hemmende Funktion nicht ausüben. Es entstehen Symptome von emotionaler Überflutung (Sadeh et al., 2014; Bruce et al., 2013).

Leanto hat einen Einfluss auf die neuronalen Bahnen unseres Gehirns. Vermutlich wird durch die taktile Stimulation das Frontalhirn aktiviert und es werden hemmende Neurotransmitter ausgeschüttet, die die emotionale Übererregung in der Amygdala beruhigen. Es wird angenommen, dass es zu einer körperlichen, emotionalen und kognitiven Neubewertung einer belastenden Situation kommt und diese ihre Bedrohlichkeit verliert.

Leanto ist eine sehr sanfte Methode, die Einfluss auf neuronale Hirnprozesse hat und Selbstheilungsprozesse in Gang setzt. Mit Leanto wird eine belastende Situation nicht verändert aber die Bewertung dieser Belastung wird verändert. Sie wird neu bewertet und führt zu einer veränderten Einstellung zu sich selbst, zu den eigenen Copingstrategien und erhöht die Resilienz.